Geschichte der Osterinsel

Aufgrund archäologischer Untersuchungen geht man in der Gschichte der Osterinsel davon aus, dass die Insel etwa im Jahre 400 nach Christus besiedelt wurde. Der Abweichung des heute auf den Osterinseln gesprochenen Dialekts des Polynesischen von dem weiter westlich gesprochenen Polynesisch ist nach Ansicht von Linguisten mit dieser zeitlichen Einordnung der Besiedlung konsistent. Auch vergleichende Studien von Desoxyribonukleinsäure (DNS) haben den polynesischen Ursprung der Bewohner der Osterinsel bestätigt.
Von vor mindestens 30.000 Jahren bis zur Zeit der Besiedlung war die Insel bewaldet; Pollen von der Osterinselpalme (ausgestorben), dem Toromiro (nur noch in Botanischen Gärten zu finden) und dem Hauhau (noch wenige Exemplare auf der Insel) wurden in großer Anzahl nachgewiesen.
Die Bewohner der Osterinsel nutzten den Waldreichtum zur Herstellung von Booten, mit denen sie auf See zum Fischfang fuhren. Bedeutende Funde von Delfinknochen deuten darauf hin, dass sie in der Lage waren, weite Strecken zurückzulegen und nicht nur in Inselnähe fischten.
Daneben findet man große Mengen an Knochen vieler Seevögel (u.a. Albatrosse, Tölpel), ein Anzeichen dafür, dass die Inseln früher bedeutende Vogelkolonien beherbergten. Weiterhin gab es auch eine Reihe einheimischer Vogelarten.
Der natürliche Reichtum der Insel führte zu einem Anwachsen der Bevölkerung. Es wird geschätzt, dass zur Blütezeit (ca. 1200-1400) etwa 7000-20.000 Einwohner auf der Insel lebten. In dieser Zeitperiode entstanden die Steinstatuen, welche verstorbene Häuptlinge repräsentieren. Diese sollten weiterhin die Insel beschützen. Es kam jedoch zu einer starken Konkurrenz zwischen den einzelnen Stämmen um die größte Statue (unfertige Statuen im Stein haben eine Höhe von bis zu 8m).
Das Ende dieser Epoche ging mit dem Verschwinden der letzten Wälder einher. Holz wurde rar, und die letzten Statuen konnten mangels Hebel und Rollen (aus Holz) nicht mehr bewegt werden. Ohne Holz konnten die üppigen Nahrungsreserven des Meeres nicht mehr erreicht werden, so dass sich Kannibalismus verbreitete. Diese Zeit hatte kriegerische Auseinander Setzungen und einen deutlichen Bevölkerungsrückgang zur Folge.
Als Jakob Roggeveen 1722 auf der Insel landete, fand er etwa 2000 Einwohner, die in ärmlichen Verhältnissen lebten, kaum Brennholz und nur wenige und dazu noch minderwertige Boote hatten. In weniger als 1300 Jahren war die fruchtbare Insel zum Ödland gemacht worden.
1888 wurde die Osterinsel von Chile annektiert. Die Einwohner der Osterinsel sehen sich selber als unabhängigen Staat und kämpfen seit Jahren dafür. Um ihrer Herkunft Ausdruck zu verleihen, zeichnen sich viele einen eigenen Passport der Republik Rapa Nui, der natürlich offiziell nicht gilt, von der Verwaltung aber gestempelt wird.

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